20 Minuten für John Lennon

Beschreibung

Zum Thema der Reihe 20 Minutes des Jahres 1998 wurde qua Losentscheid der 16.6.1998 bestimmt. Den zu der Reihe eingeladenen RegisseurInnen sollte dieser Tag Rohmaterial zu ihren Arbeiten bereitstellen und gemeinsamer Bezugspunkt sein.

Zu zwanzig "unscharfen" Dias, die Momente des ausgelosten Tages belichten, hat die LOSE COMBO in 20 Minuten für John Lennon die Performance eines fiktionalen Vortrags entworfen, in dem die Un-/Möglichkeit der Erinnerung an diese Momente reflektiert wird. Dieser Vortrag enthält Abschweifungen, Ungenauigkeiten und Zeitsprünge, er ist voller (unüberprüfbarer) Details; Behauptungen und visuelle Evidenzen stehen neben- und gegeneinander. Einmal eröffnet, gibt es kein Halten mehr auf dem Feld der Erinnerung: Der Vortrag bezieht deshalb auch Assoziationen - beispielsweise zu James Joyces Ulysses oder John Lennon - mit ein und erzählt Geschichten zu den Bildern, die vielleicht erst aufgrund der gezeigten Bilder entstanden sind.

Die Textperformance ist eingebunden in einen komplexen akustischen Raum aus ruhig pulsierenden Klavierakkorden und radiophonen Klängen. Es sind am 16.6.1998 aufgenommene Geräusche und Stimmen zu hören, die selbst Erinnerungsmaterial geworden sind und weitere Bezugspunkte zu den Bildern eröffnen.

Ein durch die (rückprojizierten) Dias farbig illuminierter Winkel aus Glasfaservlies ist die Bühneninstallation, anhand derer der Text - mithin eine allgemeine Reflexion über Schärfe und Unschärfe von Bildern und Erinnerungen - vergegenständlicht, "illustriert" erscheint.